Erik Blumenthal 1914 - 2004

 

Biographien

 

Alfred Adler 1870 - 1937
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Erik Blumenthal 1914 - 2004
Josef Rattner 1928 geboren

Betrachtungen

Josef Breuer 1842 - 1925
Sigmund Freud
1856 - 1939
Alfred Adler 1870 - 1937

Carl Gustav Jung
1875 - 1961
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972

Oskar Spiel 1892 - 1961
Sofie Lazarsfeld 1882 - 1976
Manès Sperber 1905 - 1984

Erik Blumenthal 1914 - 2004

Medard Boss 1903 - 1990
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Josef Rattner 1928 geboren

 
 

Lebensweg

* 09.09.1914 in Stuttgart

1933-1950 Tätigkeit als Technischer Kaufmann, Manager in der Industrie

1952-1956 Studium der Psychologie in Tübingen und Zürich

ab1952 Mitglied der Bahá'í-Religion

1955 Eröffnung der psychologischen  Praxis in Immenstaad am Bodensee

1957  Tod seiner ersten Frau

1959 Heirat mit Marianne Hilger

1963  - 1964 Assistent von Prof. Rudolf Dreikurs an der Universität Oregon in Eugene/ USA
1964-1981 Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Individualpsychologie

Seit1968 Lehranalytiker der Deutschen  Gesellschaft für Individualpsychologie (DGIP)

1970–1974 Erster Vorsitzender der DGIP

1973 Vizepräsident der Internationalen  Gesellschaft für Individualpsychologie

1971–1976 Dozent an der Universität Würzburg

1986-1991 Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Individualpsychologie

2001 Verleihung der Ehrenmedaille des  BiB

† 27.06.2004 in Immenstaad

Erik Blumenthal gehörte mit zu den bedeutenden Vertretern der Individualpsychologie und hat durch seine Arbeit als Therapeut und durch die Veröffentlichung zahlreicher Werke viele Menschen mit dem Gedankengut und der praktischen Anwendbarkeit der Individualpsychologie vertraut gemacht und zur Verbreitung wesentlich beigetragen.
Noch zu Kaisers Zeiten wurden er und seine Zwillingsschwester Erika zu Beginn des Ersten Weltkrieges geboren. Sein Vater, Dr.  Arthur Blumenthal, war Chefarzt der gynäkologischen Abteilung im Marienhospital in Stuttgart. Seine Mutter, Johanna Hirth, war Tochter des Erfinders und Industriellen Albert Hirth. Die Eltern trennten sich während Blumenthals Schulzeit. Da der Vater jüdischer Abstammung war, durfte Erik 1933 das Abitur zwar noch machen, musste sich aber schriftlich verpflichten, anschließend nicht zu studieren. Gerne wäre er Arzt geworden, entschied sich nun aber für die kaufmännische Laufbahn. Einige Zeit verbrachte er anschließend in England, bei seiner Rückkehr wurde er als Auslandsdeutscher behandelt und musste zum Glück nur für 10 Wochen zum Militär.
Vor der Übernahme der kaufmännischen Leitung der Flugzeugfabrik seines Onkels Wolf Hirth in Nabern/Teck machte er den Segelflug- und den Motorflugschein. Seine Aufgabe war unterbrochen durch seinen Kriegseinsatz in Frankreich und Kriegsgefangenschaft.  Mitten im Krieg heiratete Blumenthal seine erste Frau. Mit 38 Jahren verwirklichte er sich endlich seinen Traum und studierte, bereits Vater von drei Kindern, in Tübingen Psychologie. Zunächst wandte er sich der analytischen Psychologie von C.G. Jung zu, nach dem Kennenlernen der Baha´’i-Religion, die den Grundsatz lehrt, dass Religion und Wissenschaft übereinstimmen sollen, wechselte er „mit fliegenden Fahnen von Jung zu Adler“.
Nach dem Tod seiner Frau verlegte Erik Blumenthal seine Praxis an den Bodensee nach Immenstaad.  Da den Leuten auf dem Land noch nicht so klar war, was ein Psychologe ist, war sein erster Klient ein Bauer, dem Blumenthal die Zukunft deuten sollte.
1959 heiratete er Marianne Hilger, die ihn in seiner Arbeit wesentlich unterstützte und als Individualpsychologin und Maltherapeutin selbst noch immer aktiv ist.

Erik Blumenthal wurde als Individualpsychologe, bei dem Praxis und Theorie immer Hand in Hand gingen, auf der ganzen Welt zu Vorträgen und Seminaren eingeladen. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt, sogar ins Chinesische und Japanische. Als Zeitzeuge hat er noch Rudolf Dreikurs erlebt und mit ihm eng zusammengearbeitet.

Kennzeichnend für sein Leben war immer die ethische und ermutigende Einstellung zum Menschen. Für ihn war wichtig, den Menschen zu helfen, sie zu beraten und ein Freund zu sein.

Dank an Walter Jenni für die Bereitstellung der Quellen: Abschiedsrede von Stefan Blumenthal zur Trauerfeier am 2.7.04; Artikel aus „Lichtblick, Magazin für praktizierte Individualpsychologie“; April 2001

  • Lieben und geliebt werden
  • Die Kunst der Ermutigung (zus. Mit Marianne Blumenthal)
  • Eltern und Kinder – Freunde oder Feinde? (zus. Mit R. Dreikurs) 1973
  • Verstehen und verstanden werden, die neue Art des Zusammenlebens 1977
  •  Trendwende Ermutigung. Sich selbst und andere positiver erkennen (zus. Mit Marianne Blumenthal) 1988
  • Wege zur inneren Freiheit, Praxis und Theorie der Selbster-ziehung, 1988
 
 
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 04. December 2010