Medard Boss  * 4. Oktober 1903 in St. Gallen;
† 21. Dezember 1990 in Zollikon
An dieser Stelle werden Persönlichkeiten der Psychologie kurz und allgemein verständlich in Wort und Bild dargestellt. Es handelt sich um Personen - von Josef Breuer bis Josef Rattner - die sich in und um die (Individual-) Psychologie einen Namen gemacht haben. Dabei steht die Sichtweise des Autors auf diese Person im Vordergrund.
Die Cartoons zu den Persönlichkeiten sollen Merkmale herausstellen, die die Persönlichkeit auszeichnet. Das dies auf humoristische Art geschieht, gedenkt auch der Tatsache, dass Humor in der Individualpsychologie einen , insbesondere in der Beratung, festen Platz hat.

Biographien

 

Alfred Adler 1870 - 1937
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Erik Blumenthal 1914 - 2004
Josef Rattner 1928 geboren

Betrachtungen

Josef Breuer 1842 - 1925
Sigmund Freud
1856 - 1939
Alfred Adler 1870 - 1937

Carl Gustav Jung
1875 - 1961
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972

Oskar Spiel 1892 - 1961
Sofie Lazarsfeld 1882 - 1976
Manès Sperber 1905 - 1984

Erik Blumenthal 1914 - 2004

Medard Boss 1903 - 1990
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Josef Rattner 1928 geboren

 
 

Zeichnung:  
Rupert Klein

Dipl. Ingenieur Maschinenbau
Coach ViBD
Leitender Angestellter in der Industrie
Schwerpunkt Produktion und Qualitätsmanagement

 

Der daseinsanalytisch orientierte Schweizer Psychiater Medard Boss war ursprünglich Psychoanalytiker. Den ersten Teil seiner Lehranalyse absolvierte er bei Freud in Wien, den Rest bei einem Zürcher Analytiker. An der Notwendigkeit einer Lehranalyse hat er trotz seiner später folgenden massiven Kritik an Freud mit Rücksicht auf die Praxis festgehalten.

Während seiner Militärdienstzeit im Zweiten Weltkrieg vertrieb er sich die Zeit, indem er Martin Heideggers Werk "Sein und Zeit" las. Er wollte herauszufinden, "was denn eigentlich … Zeit sei". "Ich verstand … keinen Satz", berichtet er (Boss 1973.92). Es ließ ihm aber keine Ruhe. Unmittelbar nach Kriegsende nahm er Kontakt mit dem Philosophen auf, allerdings "erst, nachdem er "zureichende Gewissheit" erlangt hatte, dass kursierende Vorwürfe gegen Heidegger unberechtigt waren. "Augenblicklich", so schreibt er nach der ersten Begegnung 1946, "verband uns … gegenseitiges Wohlwollen" (a.a.O.94).

Aus diesem Wohlwollen entstand eine bis an Heideggers Lebensende andauernde Zusammenarbeit, ja Freundschaft zwischen Arzt und Philosoph. Gemeinsame Privatseminare in Zürich und Publikationen führten schließlich zur Gründung der "Daseinsanalyse", von der Boss sagt, sie sei "zweierlei, sowohl eine Menschenkunde wie ein therapeutisches Verfahren" (a.a.O.100). Es gehe nicht im Entferntesten um ein System fertiger Lehrsätzen. Daseinsanalyse "könne immer nur eine Aufforderung zum unermüdlichen Anschauen der Dinge, zum noch besseren Hinsehen sein" (ebenda). Sein wichtigstes Buch ist "Grundriss der Medizin und der Psychologie" (Bern/ Stuttgart/ Wien: Huber 1999³).

(erschienen 2008)

Autor:  
Dr. Hans Josef Tymister

Professor (em) Universität Hamburg
Lehrberater DGIP
Leiter der cultur-werkstatt dreiländereck,
Abteilung Bildung

 

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 04. December 2010