Viktor Emil Frankl 1905 - 1997

 

Biographien

 

Alfred Adler 1870 - 1937
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Erik Blumenthal 1914 - 2004
Josef Rattner 1928 geboren

Betrachtungen

Josef Breuer 1842 - 1925
Sigmund Freud
1856 - 1939
Alfred Adler 1870 - 1937

Carl Gustav Jung
1875 - 1961
Rudolf Dreikurs 1897 - 1972

Oskar Spiel 1892 - 1961
Sofie Lazarsfeld 1882 - 1976
Manès Sperber 1905 - 1984

Erik Blumenthal 1914 - 2004

Medard Boss 1903 - 1990
Viktor Emil Frankl 1905 - 1997
Josef Rattner 1928 geboren

 
 

Lebensweg

* 26. März 1905 in Wien

1933 – 1937 Leitung des sogenannten „Selbstmörder-pavillons“ im psychiatrischen Krankenhaus in Wien

1937 Eröffnung einer Praxis für Neurologie u. Psychiatrie

1940 – 1942 Leitung der Neurologischen Station am Rothschild-Spital , dem letzten jüdischen Spital in Wien

1942 Heirat mit Tilly Grosser
Deportation mit Frau und Eltern in das Ghetto Theresienstadt

1944 Deportation mit Frau und Mutter nach Auschwitz

27.April 1945 Befreiung durch US-Truppen und Rückkehr nach Wien

1946 –1971 Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik

1947 Heirat mit Eleonore Schwedz

1948 Privatdozent für Neurologie und Psychiatrie an der Universität Wien

1955 Verleihung des Professorentitels der Universität Wien

1992 Gründung des „Viktor Frankl- Instituts“

1995 Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Wien

† 2. September 1997 in Wien

Viktor Frankl wuchs mit seinem Bruder Walter und seiner Schwester Stella als Sohn eines Staatsbeamten in Wien zu Beginn des 20.Jahrhunderts auf. Sein Vater war streng aber in höchstem Maße gerecht, während die Mutter für Viktor Frankl "ein seelenguter und herzensfrommer Mensch" war. Sie stammte aus Prag und der Vater aus Südmähren.
Bereits in der Schulzeit interessierte sich Frankl für Psychologie und die Psychoanalyse. Schon  im Alter von 15 Jahren unterhielt er einen regen Briefwechsel mit Sigmund Freud und beschäftigte sich  in seiner Abiturarbeit mit dem Thema: „Die Psychologie des philosophischen Denkens“. Auf Empfehlung Freuds erschien seine erste Publikation 1924 in der „Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse“ mit dem Titel: "Zur mimischen Begabung und Verneinung".
Während des Medizinstudiums schloss Frankl sich dem Kreis Alfred Adlers an.
Zur Verbreitung der Individualpsychologie gründete er  eine Zeitschrift "Der Mensch im Alltag". Deren Leitung übernahm er,  bis er sich von  Alfred Adler löste. 1927 kam es zu Meinungsverschiedenheiten  zwischen den beiden Psychologen.
Im Jahre 1930 organisierte Frankl zur Zeit der Zeugnisausgabe zur Hilfe von Schülern eine Sonderaktion. In dieser Zeit gab es daraufhin in Wien keine einzige Selbsttötung von Schülern.

Nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich war es  Frankl als Facharzt für Psychiatrie und Neurologie nur noch eingeschränkt erlaubt zu arbeiten.
Ab 1940 erhielt er unter den Nationalsozialisten die Leitung der Neurologischen Station am Rothschild Spital, wo nur jüdische Patienten behandelt wurden. Unter eigener Lebensgefahr umging er dort  u.a. durch gefälschte Gutachten die  angeordnete Vernichtung von Geisteskranken.

Um seinen Eltern Deportationsschutz bieten zu können, ließ  er ein Visum für die Einwanderung nach Amerika verfallen. Seine Schwester wanderte rechtzeitig nach Australien aus. 1942 wurden jedoch  er, seine junge Ehefrau und seine Eltern in verschiedene Konzentrationslager deportiert, unter anderem Theresienstadt, Auschwitz und Dachau. Nur  Frankl überlebte von seiner Familie die Lager.

Nach Kriegsende kehrte Frankl nach Wien zurück und schrieb eine Neufassung seines Buches „Ärztliche Seelsorge“. Das erste Manuskript, dass er in einen Mantel eingenäht hatte, war in Auschwitz verlorengegangen.

  • Ärztliche Seelsorge. Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse
  • Theorie und Therapie der Neurosen. Einführung in Logotherapie und Existenzanalyse.
  • Die Psychotherapie in der Praxis. Eine kasuistische Einführung für Ärzte
    "Psychotherapie und Weltanschauung", veröffentlicht  in der "Internationalen Zeitschrift für Individualpsychologie"
  • Beschreibung des nach ihm benannten "Corrugator-Phänomen" bei Schizophrenieverdacht  "... trotzdem Ja zum Leben sagen (Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager)"
  • Was nicht in meinen Büchern steht. Lebenserinnerungen. Quintessenz
  •  „Man´s Search for Ultimate Meaning“
 
 
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 04. December 2010